Herzschwäche: Betroffener rät Diabetikern bei ersten Symptomen zu einem Bluttest
(DJD). Der Deutschen Herzstiftung zufolge leiden mindestens vier Millionen Menschen in Deutschland an einer Herzschwäche, die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen. Besonders gefährdet sind Menschen mit Typ-2-Diabetes. Die gute Nachricht: Je eher eine Herzschwäche erkannt wird, desto besser kann sie behandelt werden. „Je früher man die Diagnose erhält und eine Therapie beginnt, desto besser und länger kann man damit leben. Deshalb sollte man bei ersten Symptomen den Hausarzt oder die Hausärztin ansprechen. Sie können etwa mit einem einfachen Bluttest feststellen, ob ein Verdacht auf eine Herzschwäche vorliegt“, erklärt Dr. Klaus Edel, Chefarzt Kardiologische Rehabilitation im Herz-Kreislauf-Zentrum Rotenburg an der Fulda. Unter www.roche.de/herzgesundheit etwa gibt es mehr Infos zum Thema.
Vier Fragen an Winfried Klausnitzer (73) aus Nürnberg, der von Herzschwäche und Diabetes betroffen ist.
Wann und wie wurde die Herzschwäche bei Ihnen festgestellt?
Klausnitzer: Mit etwa 40 Jahren hatte ich einen stillen Herzinfarkt, der unbemerkt blieb und die Herzrückwand beschädigte. Fast zehn Jahre später gingen dann die ersten Probleme mit Atemnot und einer geringeren Leistungsfähigkeit los. Danach dauerte es noch einmal zwölf Jahre, bis ich die Diagnose Herzschwäche erhielt – eine Krankheit, von der ich nie zuvor gehört hatte.
Warum hat die Diagnose so lange gedauert?
Klausnitzer: Bei mir wurde die Herzschwäche nicht erkannt – und das, obwohl ich Diabetes habe und damit zur Risikogruppe gehöre. Hätte man damals einen einfachen Bluttest gemacht, wäre ich viel früher diagnostiziert worden. Damit wäre mir eine lange Leidenszeit erspart geblieben, und meine Therapie hätte viel früher beginnen können.
Wie hat sich Ihr Leben nach der Diagnose verändert?
Klausnitzer: Die Therapie hat bei mir schnell angeschlagen. Wenn man plötzlich wieder ohne Pausen in den zweiten Stock hochkommt, verbessert das die Lebensqualität enorm. Zu Beginn musste ich lernen, mich an die Therapieregeln zu halten und stärker auf Werte wie Gewicht und Blutdruck zu achten. Dann kamen neue Medikamente dazu, die sowohl bei Herzschwäche als auch bei Diabetes helfen, was ideal für mich war.
Was sind Ihre Tipps für ein gutes Leben mit Herzschwäche?
Klausnitzer: Man sollte sich alle Zeit der Welt nehmen, um das Leben zu genießen und dabei auf einen gesunden Lebensstil mit Bewegung und einer bewussten Ernährung achten. Was mir besonders am Herzen liegt: Wer unter Diabetes leidet oder erste Anzeichen wie Atemnot oder Leistungsschwäche bemerkt, sollte immer den Arzt beziehungsweise die Ärztin nach einem Bluttest fragen. Denn je früher die Diagnose, desto besser die Therapiechancen.

