Pressemeldung
Brüssel – Die Europäische Kommission bestätigt die Bereitstellung von humanitärer Hilfe in Höhe von 458 Mio. EUR für Palästina, Libanon, Syrien, Jordanien und Ägypten im Jahr 2026. Während sich andere wichtige Geber aus der Region zurückziehen und das humanitäre Völkerrecht mehr denn je unter Druck steht, setzt die EU ihre lebensrettende Hilfe für Millionen von Menschen fort.
In Syrien finanziert die EU humanitäre Hilfe in Höhe von 210 Mio. EUR zur Fortsetzung lebensrettender Soforthilfe- und Schutzmaßnahmen im ganzen Land. Mehr als ein Jahr nach dem Sturz des Assad-Regimes im Dezember 2024 sind dort immer noch 16,5 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen, darunter mehr als 3,2 Millionen Rückkehrer, die sich mit zerstörter Infrastruktur und fehlenden Möglichkeiten zur Existenzsicherung konfrontiert sehen. Die Mittel sind für Ernährungshilfe, Gesundheitsversorgung, Unterkünfte, sauberes Wasser und Bildungsmaßnahmen für Kinder, die nicht zur Schule gehen können, bestimmt.
In Palästina werden 124 Mio. EUR für Ernährungshilfe, Gesundheitsversorgung, Schutz, Unterkünfte und Bildung in Zusammenarbeit mit Partnern bereitgestellt, die vor Ort unter äußerst schwierigen Bedingungen tätig sind. Mehr als 3,3 Millionen Menschen sind nach wie vor notleidend – 2,1 Millionen im Gazastreifen und 1,2 Millionen im besetzten Westjordanland. Im Gazastreifen hungert die Zivilbevölkerung, das Gesundheitssystem ist zusammengebrochen und humanitäre Hilfe wird systematisch behindert.
In Libanon werden 100 Mio. EUR für medizinische Notfallversorgung, grundlegende Hilfsleistungen für Familien, denen nichts geblieben ist, Schutzdienste, Unterkünfte und Bildungsmaßnahmen für Kinder, die nicht zur Schule gehen können, zur Verfügung gestellt. Es besteht akuter Bedarf: Bereits vor der aktuellen humanitären Krise, die durch die derzeitigen Entwicklungen in Iran noch verschärft wird, benötigten in Libanon mehr als drei Millionen Menschen humanitäre Hilfe. Im März 2026 führten die israelischen Luftangriffe zur Vertreibung von mehr als 800 000 Menschen. Über die humanitäre Luftbrücke der EU werden bereits medizinische und andere Hilfsgüter ins Land gebracht.
Für Jordanien sind insgesamt 15,5 Mio. EUR vorgesehen, um grundlegende Dienstleistungen in Bereichen wie Gesundheit und Schutz aufrechtzuerhalten und den Bedarf der Flüchtlinge sowohl innerhalb als auch außerhalb der Lager zu decken.
In Ägypten fließen 8 Mio. EUR in multisektorale Hilfe für die am stärksten gefährdeten Personen, darunter in hochwertige Bildung für Kinder, die keine Schule besuchen können, und ein regionales Programm zur Katastrophenvorsorge. Ägypten hat mehr als 1,5 Millionen Flüchtlinge und Asylsuchende aufgenommen, insbesondere aus Sudan und Gaza.
Hintergrund
In der gesamten Region wird die Bereitstellung humanitärer Hilfe durch operative und logistische Sachzwänge, den begrenzten Zugang der Helfer, einen reduzierten humanitären Raum und anhaltende Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht stark beeinträchtigt.
Die Zuweisungen der EU für humanitäre Hilfe für Palästina, Libanon, Syrien, Jordanien und Ägypten im Jahr 2026 basieren auf dem jährlichen Beschluss der Europäischen Kommission über die Finanzierung von humanitären Hilfsmaßnahmen in der Welt, der durch länderspezifische Durchführungspläne für humanitäre Hilfe umgesetzt wird.
Die Mittel für humanitäre Hilfe werden ausschließlich nach Maßgabe des Bedarfs, im Einklang mit den Grundsätzen der Menschlichkeit, Neutralität, Unparteilichkeit und Unabhängigkeit und unter uneingeschränkter Achtung des humanitären Völkerrechts zugewiesen.
Zur Durchführung der Hilfe stützt sich die Kommission auf ihr bewährtes Netz aus UN-Einrichtungen, internationalen Organisationen und Nichtregierungsorganisationen, die vor Ort tätig sind.
Dieses mit 458 Mio. EUR ausgestattete Paket umfasst auch 67,5 Mio. EUR aus der Soforthilfereserve, die noch von der Haushaltsbehörde genehmigt werden müssen.
Quelle: Europäische Kommission

